Vorsicht bei der Pilzsuche: Früher Saisonstart, mehr Vergiftungsfälle

 

In diesem Jahr sprießen die Pilze nur so aus dem Boden. Aufgrund des warmen und feuchten Wetters hat die Saison besonders früh begonnen. Wenn es mehr Pilze gibt, ist allerdings auch meist die Zahl der Vergiftungen größer. So hatte das Giftinformationszentrum Nord (GIZ-Nord) in Göttingen allein im Juli mehr als 130 Anfragen zu Pilzvergiftungen – doppelt so viele wie in den vergangenen Jahren. Dieser Trend hat sich im August fortgesetzt. Das GIZ-Nord ist für die Bundesländer Bremen, Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein zuständig.

Wie in jedem Jahr gilt: Zur eigenen Sicherheit sollten nur Pilze gesammelt werden, die sich eindeutig bestimmen lassen. Bei geringstem Zweifel bleibt das Exemplar besser stehen. Das Internet und Apps sind dabei keine guten Hilfsmittel. Auch die oft kommunizierte Hilfe, was Verfärbungen an mitgekochten Silberlöffeln oder Zwiebeln angeht oder Fraßspuren von Tieren sagen nichts über die Giftigkeit der Pilze aus.

Eine besondere Gefahr geht vom Knollenblätterpilz aus. Er enthält Zellgifte, die zu Leberschäden und im schlimmsten Fall zum Tod führen können. Dabei hat er keinen abstoßenden Geschmack, und Vergiftungssymptome wie Übelkeit und Erbrechen können erst nach vielen Stunden auftreten. Der Knollenblätterpilz kann mit verschiedenen Champignonarten (/Agaricus spec./), Täublingen (/Russula spec./) oder Scheidlingen (/Volvariella spec./) verwechselt werden. In Syrien und anderen Teilen der Welt gibt es essbare Pilze, die von den hiesigen Knollenblätterpilzen kaum zu unterscheiden sind. Daher sind Spätaussiedler, Flüchtlinge und Asylsuchende besonders gefährdet.

Bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung sollte schnellstmöglich ein Krankenhaus aufgesucht werden. Erbrochenes, Putzabfälle und Reste der Mahlzeit können bei der Diagnose helfen. (BZfE)


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